Tag des Trotzes

Seit 1485 ist kaum ein Jahr vergangen, in dem die britschen Regierungen nicht von „Rebellen“ oder „Dissidenten“ provoziert wurden. Zurückhaltung und Mässigung sind zwar britische Charaktereigenschaften, nicht jedoch wenn sie zum Zorn gereizt werden.

Das am 1. Juli in Kraft tretende britische Raucherdiskriminierungsgesetz stellt unzweifelhaft eine Provokation für jeden freiheitsliebenden Bürger dar. Kein Wunder, dass sich Widerstand regt:


Hunderte Pubs planen eine Kampagne zivilen Ungehorsams und haben den 1. Juli zum "Tag des Trotzes" erklärt. Sie werden ihren Gästen an diesem Tag weiterhin das Rauchen gestatten und, sofern dies gewünscht wird, auch an allen folgenden.

Die "Sunday Telegraph" weiss zu berichten, dass laut einer Umfrage drei Millionen britische Raucher das Gesetz igonrieren wollen.

Nick Hogan, Wirt des "Schwanen" in Bolton, einer der führenden Köpfe des "Tag des Trotzes", sagt: "Der Protest wächst und es ist noch ein Monat Zeit. Es ist ein Protest gegen die Diktatur. Es geht nicht um eine Kampagne für das Rauchen. Es geht um die Freiheit zu Wählen."

Ein Verstoss gegen das Raucherdiskriminierungsgesetz wird als strafbare Handlung mit einer Geldbusse in Höhe von 50 £ geahndet. Wirte, die das Rauchen in ihrem Lokal nicht verhindern, können mit einer bis zu 2.500 £ hohen Geldstrafe belegt werden.

Etwa 3,7 Millionen Arbeitsplätze in beinahe 200.000 Pubs werden durch das Rauchverbot gefährdet. Viele davon investieren in spezielle Raucherbereiche im Freien.

Das Verbot betrifft auch private Clubs. Viele der exklusivsten Londoner Clubs planen Zigarren-Dinner zum 1. Juli. Um Mitternacht des 30. Juni wird der „Marine & Militär Club“ in St. Jame´s Square ein feierliches Zigarrenlöschen veranstalten.

„Sie werden in Innenhof wieder angezündet werden“, sagt Ian Gregory, der Club-Sekrätär.

Ärger verusachen die „Orwell´schen“ Praktiken, mit denen das Verbot erzwungen werden soll. Die Regierung hat den lokalen Behörden £ 29.5 Million gegeben, um sich für den 1. Juli vorzubereiten; etwa 1.200 Bedienstete werden ausgebildet, um das Verbot polizeilich zu überwachen. Ian Gray, der Chefausbilder sagte vor Kurzem, die Beamten sollten zunächst sehr sehr behutsam die Befolgung durchsetzten und fügte jedoch hinzu „die Ordnungskräfte müssten sich nicht zu erkennen geben und es ist ihnen zur Beweissicherung gestattet, Verstösse zu filmen.“

Die „Rettet die Wasserpfeife -Initative“ verlangt die Befreiung vom Rauchverbot der 650 englischen Wasserpfeifenbars.

Die „Freiheit zu Wählen - Initative“ bereitet unter Berufung auf die Menschenrechte gerichtliche Schritte gegen das Raucherdiskriminierungsgesetz vor.

Ich wünsche unseren britischen Mitstreitern Erfolg und Durchhaltevermögen!

 

Tag des Trotzes

 

4.6.07 21:16

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