Kindertagesstätte

Was kostet eigentlich die rauchfreie Luft? Haben sich die Verbotsbefürworter Gedanken darüber gemacht, wer eigentlich letztendlich dafür aufkommt, dass sie eine Gastronomie nach ihren Vorstellungen und eine Öffentlichkeit nach eigenem Geschmack erhalten?

Vermutlich nicht. Klar ist ihnen nur - sie selbst müssen aus eigener Tasche keinen Beitrag leisten. Bezahlen werden die Gastronomen mit Umsatzverlusten, Mitarbeiter der Branche und der Zulieferer durch Jobverlust usw. Das macht den Ruf nach Verboten sehr bequem, hat er doch keinerlei Konsequenzen für die Initatoren.

Interessant bleibt die Frage, welchen Preis man für rauchfreie Luft zu zahlen bereit wäre. Ich wage die Prognose: die Masse würde gar nichts zahlen wollen und Kneipen mit Rauchern darin auf einmal gar nicht mehr so schrecklich finden.

Ein sehr aufschlussreiches Experiment hat die Satirezeitschrift "Titanic" diesbezüglich unternommen.

In der April-Ausgabe lesen wir über die Kindertagesstätte "Tabakkrümmel" in Frankfurt. Beworben mit Handzetteln und Anzeigen in der Tagespresse werden freie Krippenplätze offeriert, die bekanntermassen Mangelware sind.

In den folgenden Tagen klingelten die Telefone. Den interessierten Eltern wurde mitgeteilt, dass die Tagesstätte durch einen Tabakkonzern gesponsert würde, die Erzieherinnen rauchten, die Mülleimer auf dem Spielplatz die Form von Aschenbechern hätten usw. Dafür stellte man in Aussicht, dass die Unterbringung zukünftig umsonst sein würde.

Wie viele Eltern kamen nach Abwägung zwischen rauchfreier Luft für die Kleinen und dem Vorzug eines kostenlosen Krippenplatzes wohl zu dem Schluss, dass ihnen Zweiteres wichtiger ist?

Kindertagesstätte "Tabakkrümmel"

Warten wir ab, bis auch der Deutschen Bahn AG die rauchfreien Züge zu teuer werden. Die Bordbistros haben seit dem dort eingeführten Rauchverbot Millionenverluste gemacht:

Verluste bei der Deutschen Bahn

 

23.4.07 14:55

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