Reichstag qualmt

Die Meldung des Tages ist bestürzend und gibt zugleich Grund zur Hoffnung: die parteiübergreifende Raucherfraktion im Bundestag wehrt sich gegen ihr soeben selbst beschlossenes Rauchverbot - jedenfalls in ihren eigenen Räumen. Die Abgeordneten wollen weiterrauchen - jedenfalls in ihren Büros, in der Cafeteria und im Restaurant. Kann ich nur zu gut verstehen, genau das wollen wir anderen Raucher ja auch. Dumm nur, das wir dort nicht arbeiten. Mal abgesehen von der Pikanterie dieser Ausnahmeregelung sollte sie beschlossen werden, gibt sie doch Anlass zur Hoffnung: die Mehrheit im Bundestag für Anti-Raucher-Gesetze scheint so stabil wohl nicht zu sein. Ich denke, dass die Aussichten gut stehen, diesen Unsinn noch zu stoppen. Schade nur, das der Bund nicht für die Gastronomie zuständig ist.

Hier der heutige Artikel zum Thema in Spiegel-Online:

Reichtag qualmt


Ein besonderes Dankeschön in zweifacher Hinsicht gilt heute Christoph vom Netzwerk-Rauchen.

Netzwerk Rauchen

Zum einen für seinen freundlichen und überaus nützlichen Hinweis auf diesen Verein, der mir leider bisher nicht bekannt war. Ihr findet hier eine hervorragend gemachte Seite, die sich mit dem Thema Rauchen und aktuell natürlich auf hohem Niveau mit den drohenden Rauchverboten beschäftigt. Ein Besuch lohnt sich ganz besonders! Freunde, wir sind nicht allein im kalten unwirtlichen Nichtraucheruniversum!

Der zweite Dank gilt seiner Trollwarnung. Der Dunkle Horst wollte mir hier mit seinem Kommentar eklige braune Soße überkippen. Es heisst zwar, don´t feed the troll, aber dazu muss ich trotzdem ein Wort verlieren: man erkennt, dass man das man das DTN (Denkbar Tiefste Niveau) in einer Diskussion oder einem Streitgespräch erreicht hat, wenn dieser typisch deutsche Reflex einsetzt: bist du nicht meiner Meinung, musst du ein Nazi sein. Horst: wir singen für dich zum Abschied das Horst-Wessel-Lied und wünschen uns, dass du Geschichte wirst wie diese ganze braune Brut! Und: wenn man denn schon die Nazi-Keule schwingt, ist es beim Thema Rauchverbot doppelt peinlich. Wie man ja allgemein weiss, war Adolf, die alte Nazi-Sau, fanatischer Nichtraucher. Ganz dumm, gell, wenn man sich zum Schluss die braune Soße auf´s eigene Hemd schüttet!



Interessante Beiträge zum Thema Rauchverbot findet ihr auch in dem Blog "Gastgewerbe Gedankensplitter". Interessant besonders deshalb, weil hier einmal die Sicht der Gastronomen im Focus steht, bei denen es naturgemäß weniger um Genuß oder Weltanschauuung, sondern naheliegenderweise um´s Geschäft geht. Beispielsweise kann man dort von einem kleinen Experiment in der Stadt Bamberg lesen, in der ein Wirt versuchsweise zum Mittagstisch das Rauchen untersagt hat:

Mittagessen ohne Kippe


Hier aber noch eine Warnung: auch dort ist eine Troll unterwegs (jedem Blog sein Troll?). Er heisst Anonymous und ist, wie halt Trolle so sind... Ansonsten ist die Seite sehr informativ und niveauvoll; empfehlenswert für alle die sich z.B. beruflich für Gastro interessieren.



Aufgefallen ist mir da noch folgendes: es wird viel geschrieben zum Thema Rauchverbot, für und wider. Wenig gelesen habe ich bis jetzt zu ganz persönlichen Folgen, sollte man in Zukunft weder im Cafe oder Restaurant rauchen dürfen. Klar ist: der Spass hat dann für uns Raucher ein Ende. Aber das ist sehr allgemein. Mich würde interessieren: was genau bedeutet es für euch, wenn ihr zum Cafe, nach dem Essen, zum Bier oder Wein nicht mehr rauchen dürft?

Ich mache einfach mal den Anfang und beschreibe einen meiner ganz persönlichen Gründe, warum ein Rauchverbot für mich einschneidende Folgen für mein ganzes Leben hätte: ich verdiene mein Geld als Autor; und auch wenn es ein abgenutztes Klischee ist, so bleibt es jedenfalls in meinem Erleben eine Tatsache - ohne Tabak kann ich nicht wirklich gut kreativ arbeiten. Das funktioniert zu Hause, aber noch besser in der Atmosphäre eines Cafes oder Restaurants. Es war schon seit je her für mich ein kreativer Kick, wenn ich in Kombination mit dem Sound von gedämpften Gesprächen, angenehmer Hintergrundmusik, Cafe und einem speziellen Ambiente und natürlich, unverzichbar, Tabak, gearbeitet habe. Mit meinem Klapprechner im Cafe erreiche ich in zwei Stunden im (passenden) Cafe mehr, als in sechs Stunden zu Hause. Das ist, wie gesagt, ein sehr persönlicher Grund gegen ein Rauchverbot, aber Tatsache ist: das hätte für mich nicht nur eine Genußeinbuße zur Folge, sondern handfeste wirtschaftliche Nachteile; wie ich die kompensieren können werde...keine Ahnung! Mir ist natürlich klar, dass das kein allgemeingültiges Argument gegen ein Rauchverbot ist, sondern eine sehr persönliche Angelegenheit; es ist auch beleibe nicht der einzige Grund, weshalb ich gegen diesen Wahnsinn vorgehe. Ich denke aber, dass viele von euch mit dem Rauchen in einer bestimmten Atmospähre etwas verbinden. Bin mal gespannt, was es da so alles gibt :-)


2.3.07 03:47

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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Antiraucher (12.3.07 12:33)
Du bist Autor? Hoffentlich kauft Dir überhaupt jemand den Käse ab, den Du verzapfst....


topal (3.1.08 22:42)
Mir geht es ebenso, ich mag diese Atmosphäre in Cafes. Ein heisser, schwarzer Kaffee und eine Zigarette dazu bringen mich in Stimmung, beflügeln meine Gedanken und spenden Zufriedenheit.